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Lipödem und die Operation

Auch die von den Krankenkassen empfohlenen manuellen Lymphdrainagen zur Behandlung des Lipödems, bringen langfristig keinen Erfolg. Hinzu kommt, dass die betroffenen Beine meist extrem berührungs- und druckempfindlich sind. Die Patientinnen leiden somit nicht nur unter ihrem Gewicht, sondern auch unter Schmerzen, welche das Lipödem mit sich bringt. Der einzige Ausweg stellt zurzeit die Entfernung des Fettgewebes dar.

Vor der Operation

Vor der Operation sollte ein Therapiekonzept erstellt werden. Abhängig vom Stadium und Umfang der Erkrankung, sollte besprochen werden, wie viele Operationen zur Entfernung des Lipödems notwendig sind.

Vor der Operation sollten Sie keine Wunden haben und Fußpilz sollte abgeheilt sein.

  • Vor der Operation sollten Sie Wunden vermeiden bzw. 14 Tage vor der OP sanieren
  • Schutz der Haut der zu operierenden Extremitäten (z.B. keine Gartenarbeiten, Vorsicht beim Umgang mit Haustieren wie Hunden, Katzen etc.)
  • Bei Wunden oder Krusten vor der OP, den Operateur informieren

Sollten Sie dennoch kurzfristig vor der OP eine Wunde haben, kontaktieren Sie Ihren Operateur.

Die Operation

Unmittelbar vor der Operation werden die Regionen angezeichnet, die abgesaugt werden sollen. Aus meiner Sicht sollten die Lipödem-Bereiche nicht nach einer schemenhaften Reihenfolge operiert werden, sondern zuerst die Regionen, an denen die größten Schmerzen sind.  Bei der Operation sollten die Lymphbahnen geschont werden. Daher ist zu empfehlen, dass Sie einen Lipödem-versierten Chirurgen aufsuchen.

Die Absaugmenge richtet sich nach dem Allgemeinzustand, dem Körpergewicht, Nebenerkrankungen, HB-Wert etc. und nicht pauschal nach einer gewünschten Literanzahl.

Zu der Operation sollten Sie mit einer vorher angepassten Kompressionswäsche (OP-Mieder) erscheinen. Ratsam ist ein zweites OP-Mieder zum Wechseln. Direkt nach der Operation wird dann dieses angezogen. Ratsam ist ein zweites OP-Mieder zum Wechseln.

Je nach Ausprägung des Befundes und der Region, ist die Operation mit örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) oder Vollnarkose möglich. Diese kann ambulant oder stationär erfolgen. Wobei bei einer höheren Absaugmenge eher eine Übernachtung in der Klinik zu empfehlen ist.

WAL - wasserstrahl-assistierte Liposuktion (Fettabsaugung)

Auch bei der WAL-Technik wird eine Tumeszenzlösung angewendet, die kontrolliert als feiner Wasserstrahl in das Fettgewebe eingespritzt wird. Während der Absaugung werden die Fettzellen schonend durch den feinen Wasserstrahl vom umliegenden Gewebe gelöst und gleichzeitig abgesaugt.

Die schonende wasserstrahl-assistierte Technik (WAL) ist aus meiner Sicht die beste Methode zur Operation des Lipödems. Diese Meinung basiert auf meiner Erfahrung in den letzten 20 Jahren. In dieser Zeit konnte ich verschiedene Techniken anwenden und vergleichen.

Es gibt mehrere Vorteile gegenüber anderen Techniken (Vibrations-, Ultraschall-, Lasertechnik etc.):

  1. Bei der WAL-Methode ist vor Beginn der Fettabsaugung deutlich weniger Tumeszenzlösung erforderlich, sodass Sie nicht noch tagelang nach der Operation Wund-Sekret aus den Einstichstellen verlieren.
  2. Durch die kürzere Einwirkungszeit und geringere Menge der Tumeszenzlösung vor Beginn der Operation ist die Dauer der Gesamt-Prozedur ebenfalls kürzer.
  3. Dadurch, dass weniger Tumeszenzlösung eingebracht wird, kann eine feinere Bestimmung des Lipödem erfolgen. Der Operateur kann die noch abzusaugenden Fettmengen besser tasten.
  4. Durch das schonende Verfahren kommt es seltener zu Verletzungen der Lymphbahnen.
  5. Die WAL-Technik ermöglicht, größere Fettmengen pro Operation zu entfernen.
  6. Patientinnen, die mit verschiedenen Absaug-Techniken behandelt wurden, berichten dass Sie nach einer Fettabsaugung mit der WAL-Technik nach der Operation weniger Schmerzen und weniger blaue Flecken hatten.
  7. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Anzahl an vitalen Zellen bei Fettzellen, die durch die WAL-Technik gewonnenen wurden, höher ist als bei anderen Verfahren. Die vitalen Zellen können zur Brustvergrößerung bzw. Rekonstruktion mit einer höheren Anwachsrate genutzt werden.

Nach der Operation

Wenn Sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, sollten Sie auf jeden Fall von einer Begleitperson abgeholt werden. Die ersten Tage ist von langen Spaziergängen abzuraten, da sich sonst die Schwellung und dadurch die Schmerzen langsamer zurückbilden.

In den ersten Tagen sollten Sie die abgesaugten Regionen mehrfach am Tag kühlen und die Beine bzw. Arme hochlagern. Zur Abschwellung empfehlen sich auch Medikamente wie Ibuprofen, Arnica Globuli, Bromelain oder Wobenzym ®*.

Bei Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Fieber setzten Sie sich unverzüglich mit Ihrem Operateur in Kontakt.

Lymphdrainage nach der Operation:

Die manuelle Lymphdrainage ist nach der Operation zu empfehlen, sobald Sie diese von den Beschwerden her gut tolerieren können.

 

*Wobenzym ® ist ein geschützter Marken-Name von der MUCOS Pharma GmbH & Co. KG. 

Dr. Reba ist an den hier empfohlenen Medikamenten finanziell nicht beteiligt.